Samstag, 20. März 2010

Waffeln, Ahornsirup und Hüttenromantik

Der letzte Eintrag ist schon lange her, aber wie sagt man so schön: je weniger man von mir hört, desto besser geht es mir!

Gegen Ende der Spiele habe auch ich doch noch etwas olympischen Flair für mich mitgenommen. So bekam ich die Möglichkeit, eine der abendlichen Medaillen-Verleihungen mit anschließendem The Fray Konzert zu besuchen, die Stimmung bei der Biathlon-Staffel der Männer live im Stadion mitzuerleben und mit Damian Marley (und einigen anderen Leuten) auf dem Village Square zu „reggaen“. War alles sehr schön und im Nachhinein gesehen wirklich genug Olympia Wirbel für mich. Um die Paralympics, die diese Woche stattgefunden haben, wird viel weniger Wind gemacht, was ich ziemlich schade finde, da die Athleten doch irgendwie viel mehr leisten.

Mit dem Ende der Olympischen Spiele stehen für mich nun einige Veränderungen an: schlußendlich habe ich doch noch einen Job auf dem Berg gefunden und arbeite nun schon seit zwei Wochen in der Crystal Hut, Marke: Traumjob.

Die Crystal Hut ist eine ganz kleine Berghütte, die auch weit außerhalb von Whistler bekannt ist, vor allem für ihre belgischen Waffeln. Zu erreichen ist sie nur auf Skiern oder Snowboard. Mein Ski in/out Job gefällt mir soweit richtig gut und ich bin froh, nach der langen McDonalds Zeit endlich neue Arbeitserfahrungen zu sammeln.

Auch die Abreise aus Whistler steht inzwischen fest: am 17.Mai geht mein Bus nach Seattle, von wo aus ich am nächsten Tag zu Vera fliegen werde. Wie die meisten wissen, befindet die Gute sich momentan in Washington D.C., wo sie für ein Jahr lang als Au Pair arbeitet. Nach einigen Tagen mit ihr in ihrer momentanen Heimat werden wir dann zusammen nach New York aufbrechen. Ich sehe meiner Abreise aus Whistler schon mit einem weinenden Auge entgegen, die Vorfreude, Vera wieder zu sehen und endlich mal den Travel-Part meines Abenteuers wahr zu nehmen, lassen das andere Auge aber über alles strahlen.

Anbei noch einige Olympia-Bilder, die vom neuen Arbeitsplatz werden in den nächsten Tagen mal geschossen und hochgeladen

Eure Waffel Anna-Lisa

mit Julia bei der Medaillen-Zeremonie

die Biathlon-Damen

und die Nordische-Kombination Jungs

The Fray: ganz nah, live und toll!

Massenstart beim Biathlon der Männer

Samstag, 20. Februar 2010



Hallo ihr Lieben,
die Zeit vergeht und irgendwie verpass ich es immer, einen Blogeintrag zu schreiben...
Olympia ist hier jetzt im vollen Gange und die ganzen Menschen im Dorf überfordern mich, man kann sich hin und wieder kaum mehr bewegen, echt verrückt! Außerdem wird wirklich an jeder Ecke Deutsch gesprochen, das könnt ihr euch nicht vorstellen.
Die ARD-Leute kommen auch jeden Tag im McDonalds essen.
Vor allem bei den Hockey-Spielen ist die Stimmung hier wie an der WM, wenn man abends aber am Medals Plaza vorbeiläuft und zum Beispiel Marias oder Magdalenas Nationalhymne hört, ist das doch ziemlich beeindruckend.
Für nächsten Freitag habe ich mir kurzfristig eine Karte für die Biathlon Staffel der Männer gekauft und werde da dann mit Julia, Sebastian und Marcel hingehen. Die Karte war mit 28 Dollar ziemlich billig und ich dachte mir, ich werde es sicher bereuen, wenn ich Olympia so völlig an mir vorbeiziehen lasse! (Die Skisprung Karte für heute hab ich mir zwecks 120 Dollar nicht gekauft, bereue das schon ein bisschen, aber was soll man machen, ne)
Ansonsten gibt es nichts neues, ich schau mir einige Zimmer an und werde mit etwas Glück anfang März aus der Mitarbeiterunterkunft ausziehen können und damit unabhängig von McDonalds sein, das wäre super. Und mit etwas mehr Glück bekomme ich nächste Woche ein paar Schichten im Olympia-Souvenir-Shop, der auch von Blackcomb geführt wird und dazu führen würde, dass ich doch noch eine Saisonskipass bekomme, das wäre der absolute Hammer, weil ich momentan am liebsten jeden Tag auf den Berg fahren würde!
Das habe ich an meinen freien Tagen diese Woche übrigens gemacht und daher gibt es jetzt nochmal ein paar schöne Schneebilder!
Liebe Grüße aus Whistler!Valérie mit Panorama...


Aussicht aus der Peak to Peak Gondel

die mit dem Glasboden hatte ich immer noch nicht!


und der Inukshuk auf dem Berg (Olympia und Ureinwohner Wahrzeichen)

Donnerstag, 11. Februar 2010

Achtung, gefährliche Außenseiter

http://olympia.zdf.de/ZDFsport/inhalt/6/0,5676,8031782,00.html

http://olympia.ard.de/olympia/mediabox/audios/audios100_id-audio382_-399c3783882a833a81bcf4779c1c8df2cbf23095.html

Daumen drücken!!!

Samstag, 6. Februar 2010

Torch Relay und Olympia

Ja, hier geht es so langsam aber sicher auf Olympia zu und das merkt man nicht nur daran, dass immer mehr Olympia-Arbeiter in babyblauen oder quietschorangenen Jacken durch die Straßen maschieren, sondern auch da alle völlig am Rad drehen.
Mich persönlich kann man mit Olympia momentan jagen, ist zwar sicher ein tolles Erlebnis, das alles mal hautnah mitzuerleben, aber den Stress, der daraus gemacht wird, ist es meiner Meinung nach nicht wirklich wert. Schon allein die Tatsache, dass viele Leute für den Monat Februar aus ihren Unterkünften geschmissen wurden, spricht für mich schon Bände. Man wird sehen, wie die zwei Wochen an sich werden und man wird sicher tolles erleben, aber von den Leuten, die hier schon ein paar Monate oder länger leben, wird sicher niemand traurig sein, wenn diese verrückte Zeit vorbei ist.
Etwas näher möchte ich euch das anhand des gestrigen Events erklären: die olympische Fackel hat Whistler erreicht. Das sollten wir schon miterleben, dachten Valérie und ich und haben uns so um sechs (für sieben war sie angekündigt, die Fackel) auf den Skiers Plaza begeben. Dort wurde eine Bühne aufgebaut und der Platz war gequetscht voll von Menschen. An sich ja kein Problem, die olympische Fackel zu sehen ist ja definitiv ein Erlebnis, das man nicht alle Tage mitbekommt. Auf dieser Bühne hüpfte dann aber ein komischer Entertainer rum, der der Masse "eingeheizt" hat und immer wieder wurden Partykracher wie "I got a feeling" oder auch "Hey Baby" eingespielt. Da dachte ich mir dann nur: sind wir hier beim Public Viewing vom Fußball-WM Finale oder kommt hier gleich die olympische Fackel angelaufen? Die ganze Veranstaltung war für ein Ereignis mit so langer Tradition für mich persönlich einfach nur unpassend. Wäre es nicht viel schöner gewesen, man hätte ruhige, spannungssteigende Musik eingespielt und dazu Olympia Bilder gezeigt?
Valérie und ich waren uns da ziemlich einig und haben uns daher etwas auf den Berg hoch verzogen, da konnten wir den Skier-Plaza dann von oben überblicken und es waren zwar auch viele, aber eben deutlich weniger Leute als unten auf dem Platz selbst.
Um kurz vor sieben kam die Fackel dann auch, das war an sich wirklich schön: sie wurde mit einem Snowmobile etwas überhalb von uns auf den Berg gefahren. Dort ist eine riesige Schanze, die beleuchtet war um die Übergabe an den nächsten "Läufer" zu zeigen. Dieser ist dann auf Skiern mit der Flamme ein bisschen den Berg runtergefahren und weiter gings zur Bühne. Dann haben Valérie und ich uns auch schon von dannen gemacht und daher nicht mehr weiter miterlebt, wie die Flamme als Superstar gefeiert wurde. Ich denke, könnte ich das jetzt nochmal entscheiden, würde ich mich eher irgedwo an den Weg stellen, wo sie vorbeilaufen, aber nicht mehr auf so einen großen Platz.
Jetzt, wo ich sowas mal wirklich hautnah miterlebt habe, finde ich es ziemlich schade, dass solch ein traditionelles (Olympia geht ja immerhin in die Antike zurück) so kommerziell vermarktet werden muss, meine Meinung soweit.
Ich bin trotzdem gespannt, wie die Zeit an sich wird, auch wenn ich davon vielleicht eher genervt bin.
Im Fotos machen war ich noch nie gut, daher hab ich leider keine brauchbaren Bilder von gestern Abend, auf dem einen kann man mehr oder weniger die Fackelübergabe auf dem Berg erkennen. Außerdem war gestern Ronald McDonald himself zu Besuch, da konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, ein Foto mit ihm zu machen (die restliche Aktion war aber eher peinlich, waren nur Mitarbeiter da).
Soweit meine Olympia-Kritik, tut mir Leid, dass ihr euch da durchlesen musstet!
Liebste Grüße, Anna-Lisa
Valérie, Katharina (in unserer blöden, roten Olympia Uniform), Ronald und ich

ein bisschen was von der Flammenübergabe


das hatten Valérie und ich dazu zu sagen

Sonntag, 31. Januar 2010

Zwischenmeldung



In der Zwischenzeit habe ich es immerhin zwei mal geschafft, auf den Berg zu fahren. Einmal mit Skiern, das andere mal mit dem Board.
Mein erster Tag im größten und beliebtesten Skigebiet Nordamerikas begann erst mal damit, dass meine lieben Mitfahrer (Julia, Sebastian und Marcel) mich direkt zwei mal eine Tiefschneeabfahrt runtergescheut haben, wonach ich und meine Füße erst mal ganz gut bedient waren.


Julia im Tiefschnee




Den zweiten Tag hab ich mit Lenas Snowboard sowie Valérie verbracht und mir ist wieder aufgefallen, dass boarden mir an sich besser gefällt und ich das einfach mal ordentlich lernen sollte.

Schnee, Piste und Valérie


Das Gebiet an sich besteht aus zwei Skibergen, dem Whistler Mountain und dem Blackcomb. Erst seit zwei Jahren gibt es die "Peak to Peak" Gondel, die die beiden Gipfel (=Peak) miteinander verbindet. Die gute Gondel hat dabei zwei Weltrekorde aufgestellt: man schwebt auf der vier Kilometer langen Strecke knappe vierhundert Meter über dem Fitzsimmons Creek (damit also die höchste Seilbahn). Dabei dachte sich die Gondel dann aber, ha! Tragpfeiler sind was für Waschlappen, die brauch ich nicht. So legt man also ungefähr drei Kilometer des Weges zurück, ohne einen einzigen Tragpfeiler zu passieren. Wenn das nicht davor schon der Fall war, ist Mama spätestens jetzt klar, dass sie diese Gondel niemals betreten würde.
Es gibt übrigens auch zwei Gondeln mit Glasboden, das eine mal, als ich mit der Gondel gefahren bin, hab ich jedoch keine davon erwischt.

Das, was ich bisher so vom Skigebiet gesehen habe, gefällt mir auch recht gut, meiner Meinung nach ist es mit Österreich oder der Schweiz aber wenig zu vergleichen. Die Pisten sind teilsweise bei weitem nicht so gut präpariert und markiert und so kann es dann eben auch mal gut sein, dass man plötzlich in einer Tiefschneepiste steht, wo am Tag zuvor noch eine gefahrene war. Aber das ist ja auch das, was alle an Whistler so lieben (die Liebe zu Tiefschnee kann ich bisher noch nicht so wirklich teilen).
Der Schnee an sich ist hier aber wirklich klasse, es heißt ja auch, dass es hier den besten Pulverschnee der Welt gibt.
Ich verstehe also durchaus, dass das Skigebiet beliebt ist und dass viele Leute zum Beispiel auch von Deutschland anreisen, nur um hier Skiurlaub zu machen. (auch wenn man da schon ziemlich Jetlag resistent sein muss, bei einer Woche kann sich das doch kaum rechnen?!)
Und natürlich fehlt hier auch das typische Apres-Ski mit den guten alten Apres-Ski-Fasnachts-Hits, aber man kann ja auch nicht alles haben.

Abgesehen von meinem Skifahrerlebnis gibt es wenig neues, ich arbeite immer noch bei McDonalds, was ich inzwischen gerne ändern würde, da es einfach die meiste Zeit keinen Spaß mehr macht und auch meine ganzen deutschen Verbündeten und andere gute Leute gekündigt haben. Der Kreis der "guten und gescheiten" nimmt immer mehr ab.
Ich hatte in der letzten Woche auch richtig schlechte Laune, bin damit schon zur Arbeit hingegangen, das hat sich in den letzten Tagen glücklicherweise etwas gefangen und ich hoffe, das wird auch so bleiben.
Ich bin nebenher immer auf der Suche nach Unterkünften, aber vor Olympia kann man das mehr oder weniger vergessen (ich mag ja nicht das zwei- bis dreifache des momentanen Mietpreises bezahlen.) Ich hatte heute auch ein Interview für einen Bistro-Job bei Blackcomb, das ist allerdings nicht so gut gelaufen, ich war auch nicht soo toll vorbereitet. Aber ich geb da nicht auf und halte weiterhin meine Augen und Ohren offen.

Ganz liebe Grüße, in diesem Eintrag vor allem an meine Grächen-Reisenden, auf die ich - trotz des populärsten Skigebiets Nordamerikas - ganz schön neidisch bin!
Anna-Lisa

Dienstag, 26. Januar 2010

http://www.youtube.com/watch?v=cvBn8Tx6spI

um mal ein bisschen werbung für whistler zu machen!
ein neuer eintrag f0lgt die tage!

Donnerstag, 7. Januar 2010

3 Monate Kanada

Passend zum Vierteljahr-Jubiläum in Kanada gibt es einen neuen Eintrag. Ich habe mich in Whistler so gut in einen Alltag eingefunden, dass die letzten Wochen nur so an mir vorbeigeflogen sind und ich es gerade kaum glauben kann, dass ich wirklich schon drei Monate in Kanada bin. Mit viel Glück hab ich hier in Whistler eine Unterkunft und einen Job gefunden, der mir meistens auch noch Spaß macht und durch den ich tolle Leute kennengelernt habe. Ich genieße die Zeit hier wirklich und kann daher momentan nicht wirklich ernsthaft darüber nachdenken, dieses wunderbare Leben, das ich momentan erkunden darf, schon im Februar hinter mir zu lassen. Und eigentlich steht für mich auch fest, dass das nicht der Fall sein wird. Ein paar Monate mehr als geplant wird es mich definitiv in Whistler halten. Wie lange genau kann ich momentan nicht sagen, genauso wenig, wie lange ich schlußendlich wirklich in Kanada verweilen werden. Die Überlegungen, das ganze Jahr durchzuziehen, stehen und werden für mich auch immer attraktiver.
Ihr seht: meine Pläne haben sich geändert.
Wie schon erwähnt ist hier der Alltag eingekehrt, wirklich spannende Sachen passieren weniger. Nächste Woche werde ich mit 11 anderen Mitarbeitern und unseren Managern nach Vancouver an eine Mc Donalds Party fahren. Was genau das wird, weiß keiner so genau, der Tag wird uns aber als Arbeitstag angerechnet und bezahlt, wie verrückt ist das denn bitte?!? Und ansonsten wird es mich wohl bald mal (ENDLICH) auf den Berg ziehen, ich bin einfach schon viel zu lang im populärsten Skigebiet Nord-Amerikas, ohne es auch endlich mal ausgekundschaftet zu haben.
Mir geht es gut und ich hoffe, euch allen auch!
Liebe Grüße, Anna-Lisa
Anbei einige Fotos von unserem supergenialen, absolut leckeren und von JF zubereitetem Sylvester Essen!
der Meister am Werk


absolut geniale Bruschetta-Brötchen
und der Mega-Hauptgang


mit Molly