Samstag, 6. Februar 2010

Torch Relay und Olympia

Ja, hier geht es so langsam aber sicher auf Olympia zu und das merkt man nicht nur daran, dass immer mehr Olympia-Arbeiter in babyblauen oder quietschorangenen Jacken durch die Straßen maschieren, sondern auch da alle völlig am Rad drehen.
Mich persönlich kann man mit Olympia momentan jagen, ist zwar sicher ein tolles Erlebnis, das alles mal hautnah mitzuerleben, aber den Stress, der daraus gemacht wird, ist es meiner Meinung nach nicht wirklich wert. Schon allein die Tatsache, dass viele Leute für den Monat Februar aus ihren Unterkünften geschmissen wurden, spricht für mich schon Bände. Man wird sehen, wie die zwei Wochen an sich werden und man wird sicher tolles erleben, aber von den Leuten, die hier schon ein paar Monate oder länger leben, wird sicher niemand traurig sein, wenn diese verrückte Zeit vorbei ist.
Etwas näher möchte ich euch das anhand des gestrigen Events erklären: die olympische Fackel hat Whistler erreicht. Das sollten wir schon miterleben, dachten Valérie und ich und haben uns so um sechs (für sieben war sie angekündigt, die Fackel) auf den Skiers Plaza begeben. Dort wurde eine Bühne aufgebaut und der Platz war gequetscht voll von Menschen. An sich ja kein Problem, die olympische Fackel zu sehen ist ja definitiv ein Erlebnis, das man nicht alle Tage mitbekommt. Auf dieser Bühne hüpfte dann aber ein komischer Entertainer rum, der der Masse "eingeheizt" hat und immer wieder wurden Partykracher wie "I got a feeling" oder auch "Hey Baby" eingespielt. Da dachte ich mir dann nur: sind wir hier beim Public Viewing vom Fußball-WM Finale oder kommt hier gleich die olympische Fackel angelaufen? Die ganze Veranstaltung war für ein Ereignis mit so langer Tradition für mich persönlich einfach nur unpassend. Wäre es nicht viel schöner gewesen, man hätte ruhige, spannungssteigende Musik eingespielt und dazu Olympia Bilder gezeigt?
Valérie und ich waren uns da ziemlich einig und haben uns daher etwas auf den Berg hoch verzogen, da konnten wir den Skier-Plaza dann von oben überblicken und es waren zwar auch viele, aber eben deutlich weniger Leute als unten auf dem Platz selbst.
Um kurz vor sieben kam die Fackel dann auch, das war an sich wirklich schön: sie wurde mit einem Snowmobile etwas überhalb von uns auf den Berg gefahren. Dort ist eine riesige Schanze, die beleuchtet war um die Übergabe an den nächsten "Läufer" zu zeigen. Dieser ist dann auf Skiern mit der Flamme ein bisschen den Berg runtergefahren und weiter gings zur Bühne. Dann haben Valérie und ich uns auch schon von dannen gemacht und daher nicht mehr weiter miterlebt, wie die Flamme als Superstar gefeiert wurde. Ich denke, könnte ich das jetzt nochmal entscheiden, würde ich mich eher irgedwo an den Weg stellen, wo sie vorbeilaufen, aber nicht mehr auf so einen großen Platz.
Jetzt, wo ich sowas mal wirklich hautnah miterlebt habe, finde ich es ziemlich schade, dass solch ein traditionelles (Olympia geht ja immerhin in die Antike zurück) so kommerziell vermarktet werden muss, meine Meinung soweit.
Ich bin trotzdem gespannt, wie die Zeit an sich wird, auch wenn ich davon vielleicht eher genervt bin.
Im Fotos machen war ich noch nie gut, daher hab ich leider keine brauchbaren Bilder von gestern Abend, auf dem einen kann man mehr oder weniger die Fackelübergabe auf dem Berg erkennen. Außerdem war gestern Ronald McDonald himself zu Besuch, da konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, ein Foto mit ihm zu machen (die restliche Aktion war aber eher peinlich, waren nur Mitarbeiter da).
Soweit meine Olympia-Kritik, tut mir Leid, dass ihr euch da durchlesen musstet!
Liebste Grüße, Anna-Lisa
Valérie, Katharina (in unserer blöden, roten Olympia Uniform), Ronald und ich

ein bisschen was von der Flammenübergabe


das hatten Valérie und ich dazu zu sagen

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