In der Zwischenzeit habe ich es immerhin zwei mal geschafft, auf den Berg zu fahren. Einmal mit Skiern, das andere mal mit dem Board.
Mein erster Tag im größten und beliebtesten Skigebiet Nordamerikas begann erst mal damit, dass meine lieben Mitfahrer (Julia, Sebastian und Marcel) mich direkt zwei mal eine Tiefschneeabfahrt runtergescheut haben, wonach ich und meine Füße erst mal ganz gut bedient waren.
Julia im Tiefschnee
Den zweiten Tag hab ich mit Lenas Snowboard sowie Valérie verbracht und mir ist wieder aufgefallen, dass boarden mir an sich besser gefällt und ich das einfach mal ordentlich lernen sollte.
Das Gebiet an sich besteht aus zwei Skibergen, dem Whistler Mountain und dem Blackcomb. Erst seit zwei Jahren gibt es die "Peak to Peak" Gondel, die die beiden Gipfel (=Peak) miteinander verbindet. Die gute Gondel hat dabei zwei Weltrekorde aufgestellt: man schwebt auf der vier Kilometer langen Strecke knappe vierhundert Meter über dem Fitzsimmons Creek (damit also die höchste Seilbahn). Dabei dachte sich die Gondel dann aber, ha! Tragpfeiler sind was für Waschlappen, die brauch ich nicht. So legt man also ungefähr drei Kilometer des Weges zurück, ohne einen einzigen Tragpfeiler zu passieren. Wenn das nicht davor schon der Fall war, ist Mama spätestens jetzt klar, dass sie diese Gondel niemals betreten würde.
Es gibt übrigens auch zwei Gondeln mit Glasboden, das eine mal, als ich mit der Gondel gefahren bin, hab ich jedoch keine davon erwischt.



Das, was ich bisher so vom Skigebiet gesehen habe, gefällt mir auch recht gut, meiner Meinung nach ist es mit Österreich oder der Schweiz aber wenig zu vergleichen. Die Pisten sind teilsweise bei weitem nicht so gut präpariert und markiert und so kann es dann eben auch mal gut sein, dass man plötzlich in einer Tiefschneepiste steht, wo am Tag zuvor noch eine gefahrene war. Aber das ist ja auch das, was alle an Whistler so lieben (die Liebe zu Tiefschnee kann ich bisher noch nicht so wirklich teilen).
Der Schnee an sich ist hier aber wirklich klasse, es heißt ja auch, dass es hier den besten Pulverschnee der Welt gibt.
Ich verstehe also durchaus, dass das Skigebiet beliebt ist und dass viele Leute zum Beispiel auch von Deutschland anreisen, nur um hier Skiurlaub zu machen. (auch wenn man da schon ziemlich Jetlag resistent sein muss, bei einer Woche kann sich das doch kaum rechnen?!)
Und natürlich fehlt hier auch das typische Apres-Ski mit den guten alten Apres-Ski-Fasnachts-Hits, aber man kann ja auch nicht alles haben.
Abgesehen von meinem Skifahrerlebnis gibt es wenig neues, ich arbeite immer noch bei McDonalds, was ich inzwischen gerne ändern würde, da es einfach die meiste Zeit keinen Spaß mehr macht und auch meine ganzen deutschen Verbündeten und andere gute Leute gekündigt haben. Der Kreis der "guten und gescheiten" nimmt immer mehr ab.
Ich hatte in der letzten Woche auch richtig schlechte Laune, bin damit schon zur Arbeit hingegangen, das hat sich in den letzten Tagen glücklicherweise etwas gefangen und ich hoffe, das wird auch so bleiben.
Ich bin nebenher immer auf der Suche nach Unterkünften, aber vor Olympia kann man das mehr oder weniger vergessen (ich mag ja nicht das zwei- bis dreifache des momentanen Mietpreises bezahlen.) Ich hatte heute auch ein Interview für einen Bistro-Job bei Blackcomb, das ist allerdings nicht so gut gelaufen, ich war auch nicht soo toll vorbereitet. Aber ich geb da nicht auf und halte weiterhin meine Augen und Ohren offen.
Ganz liebe Grüße, in diesem Eintrag vor allem an meine Grächen-Reisenden, auf die ich - trotz des populärsten Skigebiets Nordamerikas - ganz schön neidisch bin!
Anna-Lisa